
Tourbeschreibung


Nach fast einem Tag Anreise, Flug von Frankfurt über
Hongkong nach Manila und anschließender Auto und Bootsfahrt, kommen wir
etwas erschöpft auf der Halbinsel Mindoro an. Unser Boot landet direkt am
Sabang-Inn-Resort, wo wir überaus freundlich von Günther dem Ressort und
Basenleiter empfangen werden. Da einige aus unserer Gruppe schon öfter
hier waren, erhalten wir die Infos darüber: "wer, wann, wie, was und wo" von
den "alten Hasen". Nun noch schnell das Tauchgerödel einräumen, Erklärung
über den Basenablauf, Erkunden der Umgebung, Sonnenuntergang, Abendessen und
ab ins Bett, das war es für den ersten Tag, schließlich sind wir ja "nicht"
zum Vergnügen hier. Am nächsten Morgen werden akribisch die Fotoausrüstungen
hergerichtet. Hier noch etwas Silikonfett, da noch die Linse reinigen, ist
der Blitz geladen?, welches Objektiv Makro oder Weitwinkel? rege
Betriebsamkeit macht sich breit. Fotografen, und besonders
Unter-Wasser-Fotografen sind schon ein eigenes Volk.
Da unsere Reise mit dem besonderen
Fokus auf das Fotografieren unter Wasser ausgerichtet ist, sind fast alle
Gruppenmitglieder mit mehr oder weniger Foto- oder Video-Equipment beladen.
Die Tauchgruppen sortieren entsprechend nach Foto und Video-Interessen. Wir
haben das Glück, Udo Teichmann, einen der großen Unterwasser Fotografen
Deutschlands, in unserem Team zu haben. Nach dem obligatorischen Check-Dive,
welcher von Günter höchst persönlich bei den Sabang-Wracks durchgeführt wir,
beginnt das eigentliche Vergnügen. Waren wir am Vorabend noch etwas
enttäuscht darüber, dass es vor Sabang-Inn keinen Strand gab und dass die
landestypischen Zimmer zwar groß aber eher etwas einfacher waren, so
kommen wir jetzt voll auf unsere Kosten. Der erste Eindruck ist schon
gigantisch. Diesen tollen Bewuchs und die riesige Artenvielfalt hätten wir
so nicht erwartet. Im Gegensatz zu den Malediven hat hier "El Niño" keinen merklichen Schaden an den Korallen
angerichtet. Die zeigen sich uns ihrerseits in all ihrer Schönheit direkt
vor der Haustüre. So werden die in knapp 20m Tiefe liegenden Sabang-Wracks
mit Ihren vielen Motiven zu unserem täglichen "Last-Dive". In den
nächsten 14 Tagen stehen meistens 4 Tauchgänge auf dem Plan. Da alle Wege
hier sehr kurz sind, ist dies ohne weiteres möglich. Die Ausfahrten dauern
aufgrund der schnellen Boote nur wenige Minuten, fährt jedoch der Chef
selbst, geht´s dann doch noch etwas schneller
.
Lediglich die Fahrt zum Manila-Chanel mit 25 -30 Minuten und dir Trip nach
Verde Island, welcher aufgrund der Entfernung als Tagestour ausgelegt ist,
fallen aus diesem Rahmen. Wir besuchen in den nächsten Tagen mehr als
40 unterschiedliche Tauchplätze, von denen jeder einen eigen Reiz versprüht.
Welcher Platz angefahren wird, richtet sich immer nach den Gezeiten
und den daraus zu erwartenden Strömungen, welche hier innerhalb eines
Tauchgangs auch wechseln können. Gerade hier zeigt sich die gute Kenntnis
des Gebietes von Xinon, unserm einheimischen Dive-Guide, der hier
schon viele Jahre taucht. Xinon kennt die Tauchplätze wirklich wie die
sprichwörtliche Westentasche. Je nachdem, was wir fotografieren wollen,
setzt er uns genau an den entsprechenden Punkten ab. Entsprechend unserer
Wünsche versucht er immer neue und besondere Motive für uns zu finden. Die
Pygmäenseepferdchen ohne Ihn zu finden wäre fast unmöglich gewesen. Selbst
wenn man an vor einer Gorgonie ist, sieht man die knapp 1 cm großen Tiere
durch Ihre perfekte Tarnung fast nicht.
Es ist lohnend für diese Fälle
eine Kunststofflupe mitzuführen. Einen Vergrößerungsfaktor von 3x bis 5x
sollte man sich schon auswählen um sich die Kleinigkeiten genauer anschauen
zu können. Die Lupe findet hier im "Macro´s-Heaven", wie diese Gegend
sinniger Weise auch bezeichnet wird, vieler Orts Verwendung. Zum
Tauchgangsende wird während des Sicherheitsstops die Boje in 3m Wassertiefe
aufgeblasen und zur Oberfläche geschickt. Wenn man dann Auftaucht ist die
Boots-Crew bereits da und hilft aus dem Wasser. Auf der Basis wird
"Full-Service" praktiziert. Die "Jungs" bauen die Geräte auf und ab,
genauso gewissenhaft wie man dieses selber machen würde. Kein Gast
braucht seine Flasche zu schleppen,
auch dieses erledigen die Angestellten, so dass nach dem Abduschen, Bilder
auf den Laptop spielen und Akku laden noch etwas Urlaub übrig bleibt. Das
Essen auf der Basis und in den Restaurants in Sabang ist absolut top. Hier
wird für jeden etwas geboten. Die Palette reicht vom Landesgericht bis zur
Pizza. Ein Tipp ist das Restaurant McCom. Hier hat man die Möglichkeit
beim guten Essen kostenfrei im Internet zu surfen um zum Beispiel seine
Mails zu lesen, sofern man dieses im Urlaub möchte. Das Nightlive in Sabang
ist sehr "asia-touristisch".
In den 3 Diskotheken tanzen "liebe"
Mädels um die Wette, deren weitere Dienstleistungen nachfolgend bei vielen
Herren sichtlich Zustimmung finden. Dieses ist die andere und weniger
erfreuliche Form des Asien-Tourismuses. Wir zogen es Abends vor, uns
das Treiben von der Openair Karaoke Bar aus anzusehen. Hier beobachten wir
auch einen Trauerzug, der über die gesamte Hauptstraße. Als wir später
unsere kurzen Abendspaziergang machen, stehen Gegenüber eines geöffneten
Hauseingangs, mitten auf der engen Straße Tische mit Menschen die Karten
spielen. Als wir an diesem Haus vorbeikommen, sehen wir den aufgebahrten
weíßen Sarg im Eingang stehen. Wie wir am nächsten Tag erfahren, sei es
Tradition, dass die Leute für die Angehörigen um Geld spielen. Ein
netter Brauch. Eine weitere lohnende Abendgestaltung heißt Nachttauchgang,
oder besser Dunkeltauchgang an den Sabang-Wracks. Hier kommt man wirklich
auf seine Kosten, da nun die vielen Nachtaktiventiere aus Ihren Verstecken
kommen und sich vor uns in Pose stellen. Nachttauchgänge sind für uns halt
immer besonders reizvoll.
Aus unserer Sicht ist das
Resumé dieser Vierzehn Tage: "Fachsimpeln" und Tauchen bis zum
Abwinken in einer der Top-Tauchregionen dieser Welt.

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